Schwanger! – Doch der Traum endete…

Hallo…

Ich habe lange überlegt, wie ich am Besten darüber schreibe, was ich schreibe und wie ich diesen Post gestalte… Ich habe bis jetzt keine richtige Idee… und fang einfach mal an…

Dan und ich sind noch nicht so lange zusammen (im Dezember sind es 2 Jahr), trotz dieser kurzen Zeit haben wir uns dafür entschieden, unsere Familie zu erweitern, zu vergrößern… Es dauert auch nicht lange und ich wurde schwanger… Die Zeit davor war ziemlich nervenaufreibend für mich… Einen Monat dachte ich, es hätte geklappt. Hatte wirklich alles – vom Ziehen im Unterbauch bis Morgenübelkeit über spannende Brüste und Sachen die ich liebte schmeckten mir nicht… Nach 3 negativen Schwangerschaftstest war ich ziemlich am Boden zerstört und als dann meine Tage kamen war ich wirklich deprimiert…. Es war der 3. Übungszyklus und es war total dumm von mir mich selbst so unter Druck zu setzen… Eine Woche später erzählte mir meine Freundin sie sei schwanger… Ich hab mich total für sie gefreut und war echt glücklich darüber, dass es bei ihr geklappt hat, doch innerlich wurde der Druck stärker… was definitv völliger Quatsch war… Um mich abzulenken betüddelte ich meine Freundin und es gab nur noch ein Thema… SCHWANGER… In dem folgenden Zyklus benutzten wir den Ovulationstest von Clearblue… Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass Dan nur am Wochenende nach Hause kam, weil er für einen Lehrgang in eine andere Kaserne musste… Ich hatte versucht mir den Druck zu nehmen, war ziemlich genervt von dem ganzen „verrückt machen“ und dachte es würde es nicht klappen… 2 Wochen später hatte ich einen POSITIVEN Schwangerschaftstest gemacht… Ich rief meine Freundin an – schickte ihr ein Foto vom Test… Ich war ziemlich überfordert und dachte das kann doch nicht sein… Aber es war so… Am nächsten morgen machte ich noch einen… und auch der zeigte einen zweiten zarten Strich… Ich rief meine Freundin an die Schwanger war und erzählte es ihr… Ihre antwort war „Herzlichen Glückwunsch“… Das Ganze war für mich zu viel… Freude, Zweifel und Glück waren meine Begleiter… Ich habe bei Dan angerufen und ja das war eine ganz blöde Idee, weil ich es ihm ganz anders sagen wollte… Es musste raus… Ich war schwanger – wir bekommen ein Baby!!!

Auf der Arbeit herrschte zu dem Zeitpunkt nicht grade das beste Arbeitsklima… Aber es war mir egal denn die Glückshormone waren im Überfluss… Als ich getest habe war ich in der 4.SSW. Zwei Wochen später in der 6.SSW, hatte ich leichte Blutungen, kurz vor Dan’s Geburtstag. Ich bin zum Gyn, es wurde ein Ultraschall gemacht und ich war so glücklich unser Baby zu sehen, obwohl mir klar war das eine Fehlgeburt droht… Ich sollte mich ein wenig schonen und Magnesium nehmen… Für uns stand aber die ganze Zeit fest, dass wenn „Mutter Natur“ sich gegen unser Baby entscheidet, wird das einen triftigen Grund haben, den wir akzeptieren! Zwei Tage später hatte ich einen Kontrolltermin… Das Baby war da und es ist gewachsen… Dan ist extra Donnerstag schon Heim gekommen um dabei zu sein… Der Gyn sagte, ich dürfte alles machen aber nur noch mit 80% anstatt 100%! Es war also da wo es sein sollte, es wächst und wir waren ein Stück näher am Eltern sein… Wir haben unseren Freunden und Verwandten die Nachricht überbracht, yes wir werden Eltern… Leon freute sich auch und nannte den kleinen Wurm liebevoll August…  Nach dem Geburtstag von Dan, sind wir nach Dresden gefahren in den Urlaub… Auch da verlief alles gut.. Mir war schlecht und war oft erschöpft. Natürlich sind wir mit Erlaubnis des Arztes gefahren, mussten aber einen Tag eher als gedacht zurück kommen. Nochmal ein Kontrolltermin, auch hier war Dan an meiner Seite… Wir trauten unseren Augen nicht… Das Herz schlug und es war so wundervoll den kleinen Wurm zu sehen wie er da in meinem Bacuh heranwuchs… Glück, Freude, Stolz… Eine Träne kullerte mein Gesicht runter und es war wirlkich unbeschreiblich… Jede Frau die das schon einmal durchgemacht hat, weiß wie es ist…Ich bekam meinen  Mutterpass und ich war offiziell eine werdende Mama. Mein Urlaub war dann zu Ende.. die Übelkeit allerdings nicht… Ich bin wieder zum Gyn, aber nur für eine Krankmeldung… Kein Ultraschall, keine  Untersuchung… Am Wochenende danach (Ende Juli) wollte ich es meinen Kur-Mädels erzählen, doch ich hatte ein ganz ganz doofes Gefühl dabei… Mein Gedanke war „wenn du das jetzt den Mädels erzählst und am Montag wieder zum Gyn gehst, stellen sie fest das du eine Fehlgeburt hast“.

Was soll ich sagen? Genauso war es auch… Am Wochenende bekam ich bräunlichen Ausfluss nicht schlimm aber es war da.. sowie zu Anfang bei den Blutungen, dachte somit an nichts schlimmes… Am Montag bin ich dann wieder zum Gyn, erzählte ihr von der Übelkeit was der eigentliche Grund meines Termines war und das ich diesen bräunlichen Ausfluss hatte… Sie sagte gleich das wir uns das anschauen müssen – es folgte ein Ultraschall…

Ich sah es sofort (Nachteil wenn man Ultraschallbilder selber „deuten“kann) das Herz schlug nicht mehr, das Baby ist nicht mehr gewachsen… Es muss ein zwei Tage nach dem Kontrolltermin passiert sein.. Die Größe entsprach der 8. Woche und ich war eigentlich in der 11.SSW. Ich zog mich an… Diagnose: Missed Abortion… Ich war sehr gefasst, denn mir war klar, dass es einen Grund gab dieses Baby nicht zu bekommen, auch wenn ich das nicht selbst entscheiden durfte. Wir klärten das weitere Prozedere… Ich bekam eine Überweisung zur Auschabung und musste in die Gyn-Ambulanz.. Draußen vor der Praxis schrieb ich mit zittrigen Händen meiner Freundin und meiner anderen Freundin… Ich rief meine Mom an, sie musste Leon von der Schule abholen, da ich eventuell gleich die Ausschabung bekommen sollte… Ich habe Dan geschrieben, dass er mich sofort anrufen soll. Das Handy klingelte und dann kam es aus mir raus… Alles was ich im ersten Augenblick sagen konnte war „Wir haben das Baby verloren“. Ich wusste nicht wie ich es sagen sollte… wie beschönigt man so etwas? Ich sammelte mich, atmete tief durch und erzählte ihm von der Untersuchung…

Nach dem Telefonat ging ich in die Ambulanz (die Gyn-Praxis ist bei dem Krankenhaus in dem ich arbeite und ich wollte die OP auch in dem Krankenhaus machen lassen – Heimvorteil!). Da wurde auch noch einmal ein Ultraschall gemacht. Der OP-Termin war 4 Tage später am Freitag… So lange musste ich also warten, hätte ich bis dahin eine starke Blutung bekommen wäre ich dazwischen geschoben worden… Die Aufklärungsgespräche interessierten mich nicht, die Aufklärungsformulare füllte ich aus und unterschrieb sie… Ich wollte gar nicht wissen was da so geschieht… In zwischen war ich wieder ganz ich… Die Traurigkeit war verflogen, Gedanken habe ich mir wenig gemacht… Meine Mom kam noch ins Krankenhaus und versuchte mich abzulenken… ich weiß, dass sie es lieb gemeint hatte und für mich da sein wollte was sie ja auch war, doch genau das wollte ich grade nicht… sie versuchte mich abzulenken und erzählte mir Dinge, die ich heute nicht mehr weiß… ich war genervt und wollte das alles alleine machen… Während der Wartezeit informierte ich meine restlichen Freunde… Esmeralda hat mich angerufen und mir ein wundervolles Angebot das aus DVDabend Chips und eine Nacht mit ihr auf dem Sofa zu verbringen (Babe, genau dafür liebe ich dich so sehr!!!) bestand, welches ich echt gern angenommen habe… Leon blieb bei meinen Eltern die Nacht (es waren noch Ferien und er war abgelenkt) und ich fuhr nach Hamburg… Die Stadt die mich atmen lässt, die meine Sorgen mit nahm und in Vergessenheit geraten lässt… Der Abend bei Esmeralda tat mir so unfassbar gut… Wir sprachen ganz offen darüber, selbst wenn ich hätte weinen müssen, hätte ich gewusst das ich mich nicht schämen müsste… Wir schauten Filme, aßen Chips, kuschelten in den Decken und kissen und irgendwann schliefen wir ein…

Ich hatte Angst, Angst wie die OP laufen würde… Was mit Leon passiert, wenn ich von der Narkose nicht mehr aufwachte… Was ist, wenn ich danach keine Kinder mehr bekommen würde? Die Vorstellung, das ein OP Team mich so intim sehen würde, ohne das ich mich wehren könnte, willenlos auf dem OP Tisch liegen, löste in mir pure Angst und Übelkeit aus… Der Gedanke das unser Baby seit 3 Wochen in mir ist, ohne Lebenszeichen, war für mich mit das schlimmste… Ich kam an einen Punkt an, an dem ich es nur noch raus haben wollte und hoffte sehr, dass ich starke Blutungen bekäme…

Die Woche zog sich wie Kaugummi…Mit meiner Freundin Bea konnte ich in dieser Zeit ganz viel und ganz offen drüber reden, denn bei ihr wusste ich, dass sie weiß, wie ich mich fühle… Am Donnerstag kam Dan nach Hause und zeigte mir auch hier wieder, dass er der  wundervollste Mann (neben Leon) in meinem Leben ist…. Am Freitag ging es dann für mich ins Krankenhaus. Mein Stiefdad holte Leon aus der Schule und wartete mit ihm bei uns Zuhause… Mein Bruder, meine Mom, Dan und Esmeralda waren die ganze Zeit an meiner Seite… ich lag mit einer Frau im Zimmer die dasselbe erlebt hat wie ich und auch ihre Ausschabung bekam.. Auch hier ließ mich das Leben wissen, dass ich nicht alleine war… Das Prozedere lief so an mir vorbei, umziehen für die OP, die „Scheißegal-Tablette“ wurde genommen und dann ging es los in den OP… Bevor der Anästhesist die Narkose setzte, verabschiedete ich mich von unserem Baby. Mein letzter Gedanke bevor ich ganz weg war, war jedoch Leon.

Die OP verlief gut. Es kamen keine Nachblutungen, keine Schmerzen – nichts. Super! Ich durfte am gleichen Tag nach Hause. Es war noch Bettruhe angesagt, auf Grund der Narkose. Für mich war die Situation ok, für Dan wurde es da erst richtig real, was wir verloren haben. Natürlich hat er es genauso realistisch gesehen wie ich. Doch diese Endgültigkeit, das unser Baby, unser gemeinsamer Wunsch, die lebenlange Verbindung zwischen uns weg nicht mehr da ist und nicht wieder kommen wird,  machte ihn sehr traurig. Ich war noch Krank geschrieben, den ganzen August und das war auch gut so. Ich brauchte Zeit für mich das ganze Revuée passieren zu lassen. Es zu realisieren wie es weiter geht. In dieser Zeit bin ich bei youtube auf eine Vloggerin aus London gestoßen. SJ von SJ Blogs  hat ein video hochgeladen, wo es um ihre Fehlgeburt ging und wie es ihr anschließend ging. Sie hat mich so inspiriert und war/ist so sympathisch und das ich ihren Kanal gleich abonniert habe… Eine wundervolle und starke Frau mit vielen parallelen zu mir =) Sie hat mir gezeigt, dass man nicht in ein Loch fallen muss, nach einer Fehlgeburt! Dass, das Leben weiter geht und das man nicht aufgeben darf! SJ ist seit diesem Jahr Mama von dem super süßen Teddy (sein eigentlicher Name ist Theodore).

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Freunden und meiner Familie bedanken- ganz besonders bei Dan, Melli, Bea und Esmeralda – Ich liebe euch so sehr! In der Zeit habe ich noch einmal richtig gemerkt wie wichtig mir meine Freunde sind. Sie haben mich besucht, mich abgelenkt, uns unterstützt und ich konnte darüber reden, wie es mir ging, wie ich das ganze empfunden habe und ich durfte einfach ich sein! Das tat mir so gut, einfach in den arm genommen zu werden und zu wissen was ich für tolle Menschen in meinem Leben haben die mich Tag für Tag begleiten!

Bis bald

Eure Tanja

Ein Gedanke zu “Schwanger! – Doch der Traum endete…

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