Der Sprung meines Lebens

Moin Ihr Lieben,

wahnsinn jetzt ist es schon fast ein Jahr her, als ich aus einem Flugzeug gesprungen bin. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Ich bin aus einem Flugzeug gesprungen. Aber ich will von vorne erzählen.

Als ich damals im Alter von Leon war und die ersten Staffeln von Germanys Next Top Model geschaut habe, war ich faszinierd von dem Shooting an der Hauswand. It’s called HOUSE RUNNING, sagte Heidi damals zu den Mädels. Ich schaute meine Mama an und sagte: Mama, das will ich auch! Ich erntete ein leichtes schmunzeln von meiner Mom. Als ich älter wurde, habe ich mir immer wieder gesagt ich, dass ich mir zum 25. Geburtstag das House Running wünsche. Das war mein Ziel. Ich wurde 25 und habe von meinen Eltern tatsächlich ein House Running in Hamburg geschenkt bekommen. 50m an der Außenwand vom Holiday Inn runter laufen. Was für ein tolles Gefühl.

Doch was hat das jetzt mit meinem Sprung aus dem Flugzeug zu tun?

Als ich unten wieder angekommen bin und das Adrenalin durch meinen Körper floß, wusste ich das ich mehr wollte. Ich sah meine Eltern, meinen Bruder und meine Freunde die mit dabei waren an und sagte: So zum 30. Geburtstag dann bitte einen Fallschirmsprung. Auch hier erntete ich eher nur ein Lächeln.

Vor einem Jahr ging es in die alte Heimat Richtung Oldenburg, zum Geburtstag meiner Tante. Wir waren alle zum Frühstück auf einem Sportflugplatz eingeladen. Es gab leckeres Essen und nette Gespräche. Als die Sonne rauskam, waren die ersten Springer in der Luft. Sie segelten wie mit Federn auf den Boden zu. Ich schaute meine Eltern an und sagte: Das wärs jetzt! Mein Stiefdad meinte: Alles klar, wenn Du springen willst, dann machen wir das heute.

Äh, wie jetzt? HEUTE? HEUTE! Nach dem Frühstück sind meine Eltern, mein Bruder und ich mit Leon zu der Fallschirmsprungschule gegangen und haben nachgefragt. Tatsächlich war es möglich, nur musste der Springer der Tandems springt noch gefragt werde. Dieser war zu dem Zeitpunkt noch in der Luft, somit hieß es warten. Dan war nicht dabei. Ich rief ihn an und meinte: Babe, ich mache jetzt gleich einen Fallschirmsprung! Er so: Äh gehts noch? Tja na dann viel Spaß. Der Springer namens Alex kam auf mich zu, er wurde gefragt, stimmte zu und somit kam ich nicht mehr aus der Nummer raus. Mein Bruder schüttelte nur mit dem Kopf und fragte die ganze Zeit wie man so bekloppt sein kann. =) Meine Mom hatte wahnsinnige Angst und fragte ob ich es wirklich machen will.

Ich bekam einen Sprunganzug, eine kurze Einweisung und dann gehörte der nächste Flug schon uns und es ging los.

Ich war so unfassbar aufgeregt. Ich saß in einem Flugzeug, von dem ich nicht überzeugt war das es fliegt, mit wildfremden Menschen. Hinter mir ein Mann mit einem Fallschirm der mich wieder sicher auf die Erde bringen sollte. Ob ich mir das wirklich gut überlegt habe? Hmm, ich weiß ja nicht! Aber gut, ich hatte keine andere Wahl. Wir flogen durch die Wolkendecke und die Sonne strahlte mit voller Energie. Es war tierisch kalt immerhin hatten wir den 4. März. Doch durch die Aufregung merkte ich es kaum. Nach ca. 15min Flugzeit und 4500m Höhe ging die Tür des Flugzeuges auf. Die ersten Springer positionierten sich und zack waren sie weg.

Und da hatte ich einen kurzen Augenblick wo ich dachte; F***K was tust du hier eigentlich? Der Gedanke war noch gar nicht zu Ende gedacht und schon saßen Alex und ich an der Tür. Kopf in den Nacken und schwupps waren wir raus. Es war unglaublich. Ich löste auf auf Kommando meine Hände vom Gurt, winkelte die Beine an und genoß den freien Fall. Der freie Fall war nicht einmal 1min lang, aber es war unglaublich! Atemberaubend, phänomenal und einzigartig. Es war kalt, meine Augen tränten und ich habe einen ziemlichen Druck in den Ohren gehabt. Doch das war mir egal.

Wir hingen zusammen an diesem Fallschirm und ich durfte ihn steuern. Ich flog in so großer Höhe über meine alte Heimat. Ich war stolz, aufgeregt und einfach nur sprachlos. Wir segelten langsam Richtung Boden. Die Landung war ein wenig hart und nass, aber das war auf alle Fälle der Sprung wert.

Unten wieder angekommen, sah ich die Erleichterung bei meiner Familie. Ich war unheimlich glücklich. Meine Knie zitterten ein wenig und das Adrenalin schoss durch meinen Körper. Ich meldete mich bei Dan und konnte es noch gar nicht richtig fassen, dass ich es wirklich getan habe.

Wir schauten uns alle zusammen das Video an, welches Alex mit der Hand-Cam gemacht hat. Selbst als ich das Video sah, konnte ich es immer noch nicht ganz glauben. Ich bedankte mich bei meinen Eltern, dass sie mir diesen Traum erfüllt haben. Einen Traum den ich lange hatte und endlich wahr wurde. Wer denkt schon daran, nach einem Familiengeburtstagsfrühstück einfach mal so, ganz spontan aus einem Flugzeug zu springen. Ich nicht!

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Ich kann es jedem nur empfehlen, einmal so einen Sprung zu machen. Die Welt aus einer ganz anderen Perspektiven zu sehen. Etwas verrücktes zu machen, über sich hinaus zu wachsen.

If you can dream it, you can do it! – Walt Disney

 

In diesem Sinne,

Eure Tanja

Hier geht es zur Fallschirmspringschule YourSky

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