Termin Kinderwunschklinik

Moin Ihr Lieben,

nun ist der Termin in der Kinderwunschklinik schon fast 3 Wochen her. Wer mich bei Instagram verfolgt hat, weiß wie ich mich danach gefühlt habe. Ich brach in ein gedankliches Chaos aus und ziehte mich zurück. Warum? Das will ich Euch heute erzählen.

In meinem letzten Beitrag über unseren unerfüllten Kinderwunsch, habe ich noch ganz stolz gesagt, dass wir uns auf diesen Weg freuen. Das stimmte so auch voll und ganz nur war mir nicht klar was hinter „diesem Weg“ steckt! Aber von Anfang an.

Wir sind morgens zu unserem Termin in die Amedes Klinik nach Hamburg gefahren. Meine Aufregung hielt sich in Grenzen. Was sollte auch passieren? Immerhin wusste ich, dass es erstmal nur ein Gespräch sein wird. Wir wussten auch gleich wo wir hin mussten und wurden sehr freundlich empfangen. Die Dame an der Anmeldung schickte uns weiter zu unserem persönlichen Arzt Dr. G. Ein junger sympathischer Arzt begrüßte uns.

Zu vor hatten wir jeweils einen Fragebogen von 5 Seiten zu geschickt bekommen, welche wir im Schnelldurchgang besprochen haben. Wir sprachen über unsere Geschichte, über die Fehlgeburt und die OP. Die mitgebrachten Befunde (OP-Bericht, Labor und Spermiogramm) waren alle nicht wegweisend. Bis lang gab es auf dem ersten Blick keinen Grund wieso es nicht klappt mit dem Schwanger werden. Auch die Frage hinsichtlich Stress wurde von dem Arzt dementiert. Eine gewisse Zeit ist es möglich das Stress ein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch ist, aber eben nicht über einen Zeitraum von 1 1/2 Jahren.

Dr. G. erklärte uns die nächsten Schritte. Ein normaler Ultraschall wurde direkt vor Ort gemacht, genauso wie eine Blutentnahme bei mir, wo alle erdenkliche Hormone gecheckt werden sollte. Alles keine große Sache. Doch das war nicht alles.

Auf einmal kam eine Theorie auf den Tisch, mit der ich überhaupt nicht klar kam. Es hieß, dass sich Vernarbungen oder Verwachsungen nach der OP der Fehlgeburt gebildet haben könnten. Vernarbungen? Verwachsungen? Bei mir? Ein wirklich unschöner Gedanke. Mein medizinisches Wissen brach durch und ich bin die dafür sprechenden Symptome durchgegangen und nichts sprach dafür, dass ich so etwas haben könnte. Den ich hatte kein einziges Symptom!

Vor uns lagen die Aufklärungsbögen für eine Hysteroskopie (eine Gebärmutterspiegelung), sowie die Überprüfung der Durchlässigkeit der Eileiter. Auch das hielt ich für absolut unwahrscheinlich, dass da der Grund liegen sollte. Immerhin habe ich ein gesundes Kind und war auch danach schwanger geworden. Es war unfassbar viel für mich! Viel Input, viele Dinge an die ich bis lang nicht gedacht habe und von deren Existenz ich auch gar nicht überzeugt war. Zumindest nicht in meinem Körper! Doch wie sollte es nun für uns weiter gehen?

Wir entschieden uns die Blutergebnisse ab zu warten und dann neu zu überlegen. In meinem Kopf schwirrten so viele Dinge rum, die ich nicht zu ordnen konnte. Ich wollte doch eigentlich nur meinen Hormonstatus überprüfen lassen und jetzt auf einmal stand eine Gebärmutterspiegelung im Raum. Auf dem Weg nach Hause redeten wir gar nicht so viel darüber. Wir wollten es erst einmal sacken lassen.

Die Tage drauf diskutierten Dan und ich sehr umfangreich darüber. Er wollte das ich die Spiegelung machte und ich hatte enorm große Zweifel was das anging. Was ist wenn sie etwas finden? Wenn das was gefunden wird, weg gemacht werden müsste. Ein Eingriff für ein Kind? War der Wunsch nach dem gemeinsamen Kind inzwischen nicht mehr so groß, wenn ich all das über mich ergehen lassen soll? Fragen über Fragen…

Am Dienstag drauf kam der ersehnte Anruf und im Stillen hatte ich immer noch gehofft, dass es doch nur ein Hormon ist, was im Ungleichgewicht ist oder fehlte. Aber auch die Werte waren einwandfrei. Da stand ich nun. Draußen vor der Klinik, denn ich war auf der Arbeit, es war kalt und ich wusste nicht wie es weiter gehen sollte. Für mich stand lediglich fest, dass ich keine Spiegelung machen lassen will. Aber was dann? Dan müsste auf seinen Kinderwunsch komplett verzichten, weil ich da nicht mitgehe? Würde das unsere Beziehung aushalten? Immerhin bin ich diejenige, die ein Kind hat und somit auch alles viel entspannter sehen kann.

Ich erzählte ihm von meinen Ängsten, meinen Zweifeln, meine Bedenken doch er verstand mich in keiner Weise. Logisch, denn für ihn waren das normale Procedere. Für mich aber, die das ganze Hintergrundwissen hat und auch weiß wie es in einem Krankenhaus zu geht oder bei einigen Untersuchungen, war es der blanke Horror. Mir war zum Heulen. Ich suchte das Gespräch mit den Ärzten aus meiner Abteilung mit meinen Freundinnen und betete zu Gott.

Die Angst die Diagnose zu bekommen, dass ich mit Ende 20 vielleicht keine Kinder kriegen kann wäre unfassbar schmerzlich. Die Bedenken, dass etwas gefunden wird, was entfernt werden muss und die damit verbunden Risiken sind einfach zu groß. Gibt es (k)eine Alternative? Dan und ich verstrickten uns so sehr das wir anfingen zu streiten. Na super! Das wo es doch um unseren großen Wunsch nach einem gemeinsamen Kind ging. Ich sprach das Thema nicht mehr an. Es war mir egal. Ich wusste nicht wie ich mit dem Ganzen umgehen sollte. Schlicht weg überforderte es mich.

Nun sind knapp 3 Wochen vergangen. Inzwischen hatte ich Zeit zum Nachdenken. Über die geführten Gespräche, über das was ich will, über das was Dan will und wie es für uns weiter gehen soll. Darf ich erwähnen, dass es nur noch wenige Wochen sind bis Dan seine 5 Jahre Köln antreten wird?! Jap – genau das macht die ganze Thematik überhaupt nicht einfacher.

Ich habe mich durch gerungen einen Schritt nach dem nächsten zu machen. Mich nicht vorher mit „Was wäre wenn“ oder „wenn dann“ verrückt zu machen. Ich entschied mich einen Termin für die Spiegelung zu machen. Dieser Termin wäre eigentlich heute gewesen. Ihr habt richtig gelesen – eigentlich! Mein Körper hat das alles so unter Stress gesetzt, dass er dafür sorgte das ich diesen Termin heute nicht wahr nehmen konnte und es somit am Dienstag statt finden wird. Inzwischen kann ich mich mit der Untersuchung ein wenig anfreunden. Das Dumme an der Sache ist nur, dass Dan ab nächster Woche auf Dienstreise ist und ich somit alleine dorthin gehen werde. Mehr oder weniger – meine Freundin Bea wird mich begleiten. Nur hatte ich gehofft, dass eben Dan an meiner Seite ist und nicht meine Freundin. Versteht mich nicht falsch, ich bin überglücklich nicht komplett alleine zu gehen und bin Bea auch unendlich dankbar das sie mich begleitet. Es ist jedoch trotzdem etwas anderes.

Das Ziel ist der Weg oder wie war das noch? Ich bin gespannt was dabei raus kommt und vorallem wie es weiter geht. Vielleicht ist unter Euch ja jemand der seine Geschichte auch teilen mag und mir schreiben möchte! Ich freue mich auf den Austausch mit Euch.

Bis bald,

Eure Tanja

 

3 Gedanken zu “Termin Kinderwunschklinik

  1. Paula schreibt:

    Liebe Tanja, ich kann gut verstehen, was in Dir vorgeht – ich drücke alle erdenklichen Daumen für Dienstag! Das wird sicher alles gut klappen und dann hast Du etwas mehr Gewissheit an dieser Front. Ich habe selbst so eine Spiegelung durchführen lassen müssen, als es bei meinem Mann und mir ewig nicht klappen wollte mit dem Kind. Befund war dann gut – also nix „störendes“ zu finden. Kopf hoch, einatmen, ausatmen, nach vorne sehen. Das wird schon!

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  2. mamiexmachina schreibt:

    Ich kann gut verstehen, wie schwierig die Situation für dich ist. Mit unserer ersten Tochter bin ich auf natürlichem Wege schwanger geworden. Aber mit einem zweiten Kind wollte es einfach nicht klappen. Schlussendlich haben wir uns mangels Optionen für eine ICSI entschieden. Die Behandlung und Schwangerschaft sind super verlaufen. Unsere Kleine ist mittlerweile 6 Jahre. Für uns war es wirklich die richtige Entscheidung.
    Ich wünsche euch, dass ihr die richtige Entscheidung für euch findet!
    Alles Gute, Simone

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