Ohne Ergebnis…

Moin Ihr Lieben,

auch über diesen Beitrag habe ich lange nachgedacht und war mir nicht sicher wie ich das alles verfassen soll. Meine Gedanken sind dazu zwar geordnent, aber dennoch ist es nicht unbedingt ein leichtes Thema.

Wie Ihr ja wisst, haben Dan und ich einen Termin in der Kinderwunschklinik in Hamburg gehabt, bei dem uns nahe gelegt wurde eine Gebärmutterspiegelung durch führen zu lassen. Ich war damit völlig überfordert und fühlte mich ziemlich allein mit meinen Gedanken neben Dan. Das ganze Thema führte immer wieder zu Unzufriedenheit und Ärger zwischen uns. Mir ging es nicht gut und bereute zwischenzeitlich sogar den Termin zum Gespräch ausgemacht zu haben.

Es musste dennoch eine Lösung gefunden werden. Doch wie sollte diese aussehen? Dan musste Ende Februar Anfang März für zwei Wochen schon nach Köln zur Einarbeitung. Denn diese Köln-Geschichte stand auch noch an und engte mich ziemlich ein. Ich habe mich belesen, was diese ganzen Verwachsungen und Vernarbungen angeht. Bin in Foren rumgeirrt um mich zu informieren und habe nach möglichen Experten gesucht. Ich bin im Laufe meiner Recherche auf eine Tagesambulanz im schönen Altona gestoßen und dachte für den Fall der Fälle, dass das meine Adresse sein wird.

Ich fühlte mich ein wenig erleichtert, ein wenig sicherer und ringte mich dazu durch einen Termin für die Spiegelung auszumachen. Natürlich fiel der Termin in die Woche wo Dan nicht dabei sein konnte. Nun gut – auch dafür wird es eine Lösung geben und diese Lösung war direkt da. Ich erzählte meine Freundin Bea kurzer Hand von dem Termin und sie hat sofort geschaltet. „Dan ist da ja schon in Köln, aber weißt Du was? Ich komme einfach mit! Ich klär das, dass die Kinder mittags nach Hause kommen und bin dann bei Dir! Wann soll ich da sein?“ Ihre liebevolle Art und zu wissen das sie für mich da ist ohne das ich nachfragen brauchte hat mein Herz schneller schlagen lassen. So viel Warmherzigkeit konnte auch (fast) nur von Bea kommen. Ich war erleichtert, sehr erleichtert. Ich wusste, dass egal wie es mir anschließend geht sie für mich da ist und ich auch meinen Emotionen freien Lauf lassen konnte.

Am Tag des Termins war mein Kind morgens mit Fieber und einer Mandelentzündung aufgestanden. Na toll, der Tag konnte nur besser werden. Ich musste bis mittags arbeiten und somit kam die Oma zu uns. Mittags ging es schnell noch mal nach Hause, schaute nach meinem kranken Hascherl und machte mich fertig für den Termin. Oma hatte inzwischen mit Opa getauscht und ich konnte beruhigt los. Bea wartete auch schon auf mich. Auf der Fahrt quatschten wir und ich war relativ entspannt. Ich hatte gar keine Angst vor der Untersuchung, sondern wie immer vor dem Ergebnis. Schließlich wäre es alles andere als schön mit 29 zu erfahren, dass man keine Kinder mehr kriegen könnte. Aber gut soweit waren wir noch lange nicht.

In Hamburg angekommen gingen wir direkt zur KiWU-Klinik. Ich meldete mich bei der Sprechstundenhilfe an, die uns für kurze Zeit ins Wartezimmer schickte. Nach kanppen 10-15 Minuten Wartezeit wurde ich aufgerufen. Japp – ab da war ich aufgregt! Und nicht nur das – ich hatte Angst! An der Tür zum Behandlungsbereich bekam ich Hauben für die Schuhe, denn alles war steril! Der Geruch von Desinfektionsmittel stieg mir in die Nase und war mir durch aus vertraut. Ich folgte der Arzthelferin und ging an Räumen vorbei, in denen unter anderem künstliche Befruchtungen stattfunden. Ich betrat den Raum und der Professor begrüßte mich freundlich. Er wies mich kurz in die Untersuchung ein und zeigte mir wo ich mich umziehen konnte. Mein Herz schlug die ganze Zeit so schnell und meine Nervosität stieg stetig an.

Ich setzte mich auf den Stuhl und ließ die Untersuchung über mich ergehen. Ich merkte ziemlich schnell, dass das wirklich nicht weh tat und auch gar nicht schlimm war. An meiner rechten Seite, war der Monitor und ich konnte alles live mitsehen. Als Medizinfreak wie ich einer bin, war es sogar sehr interessant sich selber mal von innen zu betrachten. Der Professor erklärte die ganze Zeit die Dinge die er tat und war wirklich sehr nett. Die Details erspare ich Euch. Es ging alles wahnsinnig schnell. Nach der eigentlichen Spiegelung wurden die Eileiter auf ihre Durchgängigkeit geprüft. Auch das war überhaupt nicht schlimm. 2 Minuten später war alles vorbei und ich durfte mich wieder anziehen.

Beim Verlassen des Raumes sagte der Professor, dass alles in bester Ordnung sei und keine Auffäligkeiten vorhanden wären! Mir fiel ein Stein vom Herzen. Die ganzen Wochen voller Aufregung, Ärger, Ängsten und Unsicherheiten waren für eine 5-minütige Untersuchung mit dem Ergebnis das alles super sei völlig umsonst gewesen. Mir wurde noch kurz Blutdruck gemessen und dann konnte ich auch schon wieder los. Ich ging mit schnellen Schritten ins Wartezimmer. Mein Lächeln hatte mich schon verraten und Bea nahm mich in die Arme. Ich war so erleichtert, dass mir ein zwei Tränchen über die Wangen kullerten. Dan habe ich kurzer Hand angerufen und ihm die Neuigkeiten erzählt. Auch er war erleichtert und freute sich. Jetzt stellte sich aber die Frage: WAS NUN?

Zur Feier des Tages sind Bea und ich noch zu Wonder Waffel gegangen und haben noch ganz viel erzählt. Auf dem Nach-Hause-Weg merkte ich dann ein leichtes Ziehen im Unterbauch. Das sollte aber auch normal sein. Gegen Abend hatte ich ganz leichte Bauchschmerzen, ähnlich der Ankündigung der Tage. Alles halb so schlimm.

Ich machte ein Termin für ein telefonisches Gespräch mit unserem Dr. G. aus, um alles noch einmal zu besprechen. Das Gespräch war eine Woche später als die Spiegelung und selbstverständlich während meiner Mittagspause auf der Arbeit. So what ging ja nun nicht anders. Auch Dr. G. sagte noch einmal sehr eindringlich das alles in bester Ordnung sei und wir uns keine Gedanken machen sollten. Für eine künstliche Befruchtung oder eine Insimination würde er uns nicht sehen und meinte wir werden auch eine spontan Schwangerschaft erzielen. Manchmal benötigt so etwas eben Zeit.

Hormonstatus, Durchgängingkeit der Eileiter, die Gebärmutterspiegelung, das Spermiogramm, Ultraschalluntersuchungen alles ohne Befund. Es scheint so als würde es noch nicht die richtige Zeit sein, dass wir unser Baby empfangen können. Inzwischen sehen wir das ganze völlig entspannt und glauben beide, dass es einfach unfassbar viele Unsicherheiten in unserem Leben in letzter Zeit gab.

Bleibt Dan beim Bund? Köln – Koblenz, wo geht die Reise hin? Wird Dan eine passende Wohnung finden? Schichtdienst und unzufriedene Arbeitssituationen auf meiner Arbeit. Ein Schultermin nach dem nächsten. Alles war in letzter Zeit sehr viel. Viele neue Situationen kamen auf uns zu. Fragen, deren Antwort wir nicht kannten und die geklärt werden mussten. Wir denken, dass das eine Unmenge dazu beigetragen hat, das es nicht klappen sollte. Jetzt wo wir viele Dinge klären konnten und wir bald unseren Ryhtmus finden werden, denke ich das es nicht mehr lang auf sich warten lässt. Und wenn doch? Dann ist es eben auch so und wir genießen unsere Zeit zu dritt.

IMG_1747 - Kopie

Man kann den Wind nicht ändern – man kann nur die Segel anders setzen

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wundervolles Wochenende und lasse die Dinge auf mich zu kommen!

Eure Tanja

2 Gedanken zu “Ohne Ergebnis…

  1. Jana schreibt:

    Hallo Tanja,
    Wir haben so Einiges gemeinsam: ich bin auch aus einer norddeutschen Stadt und habe auch wegen unseres Kinderwunsches schon so die ein oder andere Behandlung in der Kinderwunschklinik hinter mich gebracht. Allerdings bin ich 32 und habe noch kein Kind, was vielleicht unbewusst den Druck etwas erhöht. Wir sind nun insgesamt etwas mehr als 3 Jahre aktiv und bisher ist einfach gar nichts passiert. 1 Jahr davon sind wir in Behandlung der Klinik (nicht die Hamburger).
    Ich kann deine Zweifel, Ängste und Zeiten von Hoffnung, Euphorie und Enttäuschung verstehen 🙂 mich nervt es nur, wenn andere Leute sagen, wir müssen einfach entspannter werden, obwohl sie nicht wissen, dass wir zu den recht Entspannten gehören- so weit man eben entspannt sein kann… und mich beruhigt zu sehen, dass wir nicht alleine in der Situation sind 🙂
    Ich drücke euch die Daumen, dass es klappt, wenn der Moment gekommen ist!!
    Viele Grüße
    Jana

    Gefällt mir

    • nordlichtmom schreibt:

      Liebe Jana,
      vielen Dank das Du mir geschrieben hast. Es ist wirklich schön zu wissen, dass man nicht alleine ist. Die Hoffnung, dass es klappt hört eben nicht auf und so lange man als Paar zusammen dahinter steht wird es auch irgendwann so sein. Vielen Dank fürs Daumen drücken, aber auch ich wünsche Euch viel Glück das es bald klappt!
      Liebe Grüße
      Tanja

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.